Weihnachtliche Filzideen

Eine kleine Gruppe Begeisterter hat sich zum zweiten Mal in diesem Jahr unter der sachkundigen Anleitung von Frau Kopp zum Filzen zusammen gefunden. Nach der theoretischen Einführung werkelten alle begeistert an ihren Objekten. Gefilzt wurden u.a. Stulpen, Windlichter und auch zwei bärtige Nikolausköpfe.

Beleuchtete Dekokugeln aus Acrylglas und Seidenpapier

An einem großen Tisch mitten im Raum des Bürgerhauses Breitenfürst werkelte ein Gruppe von Frauen fröhlich vor sich hin. Kugeln aus Acrylglas wurden mit Seidenpapier beklebt. Um den Tisch herum und draußen im Flur hörte es sich an wie in einem Frisörsalon: die fertigen Kugeln wurden trocken gefönt. Nachdem ein Loch für die LED-Beleuchtung gebohrt war, wurde mit Begeisterung und reichlich Auswahl an Material dekoriert. Es gab Thuja, Nadelgehölz, Zapfen, Efeu, Moos, Zitrusfrüchte- und Apfelscheiben, Physalis, Rinde, Nüsse usw. Gemeinschaftlich basteln macht einfach mehr Spaß und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Hülsenfrüchte – unser heimisches Superfood

Vortrag von Diätassistentin Katrin Stauß

Die Referentin berichtete den interessierten Landfrauen und Gästen über die Vielfalt der Hülsenfrüchte:
Linsen, Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Süßlupinen, Erdnüsse, Klee, Luzerne
und gab Antwort auf die Frage, was die Hülsenfrüchte zum Superfood macht.

Hülsenfrüchte bestehen aus Vitaminen, Kohlehydraten, Eiweiß, Fett und Ballaststoffen. Z.B. in 100 g Linsen sind 272 kcal. Sie haben einen großen Anteil an Eiweiß und einen kleineren Anteil an Fett und Ballaststoffen. In 100 g Soja sind 446 kcal. Sie haben einen hohen Fettgehalt, wenig Kohlehydrate und viel Eiweiß.
Hülsenfrüchte allgemein haben einen hohen Eisengehalt. Ihre Ballaststoffe machen satt, man bekommt weniger Heißhunger und sie sind Cholesterin senkend.
Jeder Deutsche verzehrt im Jahr durchschnittlich 1 kg Hülsenfrüchte.
Die meisten Hülsenfrüchte landen aber als Tierfutter im Futtertrog.
Hülsenfrüchte kann man aber auch ohne weiteres aus der Konservendose verwenden.
Hülsenfrüchte sind Düngefabriken auf dem Acker ! Aber sie sollten niemals zwei Jahre nacheinander auf dem gleichen Beet oder Acker angepflanzt werden, da der Ertragsrückgang bis zu 50 % beträgt !
Die Referentin stellte nun verschiedene Hülsenfrüchte-Arten vor:

Linsen
sind kein heimisches Superfood. Sie haben vor ca. 10.000 Jahren den Weg von Kleinasien nach Europa gefunden. Weltweit gibt es 70 verschiedene Sorten an Linsen.
Die Linse ist eine Kletterpflanze und braucht zum wachsen Stützgetreide. Linsen können nicht roh verzehrt werden sondern müssen gekocht werden. Gelbe und rote Linsen sind am bekömmlichsten.
Nun gab es die ersten Kostproben und zwar:
– Orientalischer Linsenaufstrich aus roten Linsen
– Linsensalat aus grünen, marmorierten Alblinsen
– Linsenküchle

Bohnen
sind ungekocht sehr giftig !
Weltweit gibt es mehr als 700 Bohnensorten. Sie sind sehr frostempfindlich. Auch haben sie unterschiedliche Wuchsformen. Europaheimisch ist nur eine Bohnensorte und zwar ist das die Saubohne.
Als Kostprobe gab es einen leckeren Bohnensalat.

Erbsen
sind eine der ältesten Kulturpflanzen.
Sie sind unempfindlich gegen Pilzbefall. Außerdem reifen sie sehr schnell. Das wichtigste Anbauland ist Kanada. Es gibt grüne und gelbe Erbsen.

Kichererbsen
sind mit unseren Erbsen nicht verwandt. Sie mögen warmes und trockenes Klima.
Als Kostprobe gab es einen Kichererbsten-Zwiebelaufstrich sowie einen Lupinen-Kaffee, der fast so schmeckt wie echter Bohnenkaffee.

Erdnuss
ist keine Nuss, das war den wenigsten Zuhörerinnen bekannt, sondern eine Hülsenfrucht mit sehr hohem Fett- und Kaloriengehalt.

Der Vortrag war sehr interessant und gut vorgetragen. Wir Teilnehmerinnen haben viel Bekanntes und Unbekanntes über die Hülsenfrüchte erfahren.

Übrigens: 2016 war das „Jahr der Hülsenfrüchte“.

100 Jahre Frauenwahlrecht – auf dem Weg zur Gleichberechtigung

Vortrag von Johanna Schweigel, Bildungsreferentin beim LandFrauenverband Württemberg-Baden e.V.

Die Referentin verdeutlichte sehr anschaulich, dass der Kampf um das Wahlrecht für Frauen schon vor mehr als 100 Jahren begann und zeigte verschiedene Schritte und Vorgehensweisen eindrucksvoller Frauen auf.

Zur Zeit der Deutschen Revolution 1848 wurde für mehr Demokratie gekämpft, u.a. für die Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts und die Pressefreiheit. Allerdings fand sich in allen Proklamationen, auch in der Mannheimer Petition, kein Wort über die Rechte von Frauen.
Louise Otto-Peters gründete 1948 die erste „Frauen-Zeitung“, in der erstmals öffentlich politische und private Forderungen von Frauen zur Gleichberechtigung vertreten wurden. Wie brisant das zur damaligen Zeit war, zeigt die „Lex Otto“ von 1850. Für eine einzige Frauenzeitung wurde eigens das Pressegesetz des Königreichs Sachsen geändert. §12 dieses Gesetzes verbot Frauen die Herausgabe von Zeitungen. Frauen, die sich in der Öffentlichkeit politisch äußerten, wurden verhaftet. Vereinigungen, die sich mit Gleichberechtigung, Wahlrecht und anderen politischen Themen befassten, wurden als Wohltätigkeitsvereine getarnt.

Frau Schweigel erzählte von Hedwig Dohm, einer Schriftstellerin, geboren 1831,die gleiche Bildung und Ausbildung für beide Geschlechter forderte und für Frauenstudium und Frauenstimmrecht kämpfte .
Und von den ab 1880 entstehenden drei Bewegungen:
– der Internationale Frauentag unter Leitung der proletarischen Frauenbewegung um Clara Zetkin, der das Frauenwahlrecht und Lohngleichheit fordert.

– der Bund Deutscher Frauenvereine (BDF) mit den gemäßigten Vertreterinnen Auguste Schmidt und Helene Lange, der sich für bessere Bildung von Frauen, „gleiche Bildung für alle“, und bessere Arbeitsbedingungen für Frauen einsetzt sowie gegen die damals geplante Neuregelung des Familienrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) kämpfte, in der Frauen von ihren Ehemännern auch bei der Kindererziehung noch stärker bevormundet werden sollten.

– der Verband fortschrittlicher Frauenvereine, der die Idee vertritt, jeder Mensch soll das Recht haben, seine Individualität zu entwickeln und sich ebenfalls für das Frauenstimmrecht als Teil der Gleichberechtigung einsetzt. Prominente Aktivistinnen sind Minna Cauer und Anita Augspurg, die den ersten Frauenstimmrechtsverein leiteten.
Johanna Schweigel zeigte die Entwicklung dieser Bewegungen sehr lebendig auf, indem sie die Lebensgeschichte der genannten Aktivistinnen sowie die von Lida Gustava Heymann und Marie Stritt schilderte.

Gelenkbeschwerden und ihre naturheilkundliche Behandlung

Vortrag von Heilpraktikerin Elke Stober

Die Referentin erklärte zum Einstieg in ihren Vortrag anhand des Skelettapperats die verschiedenen Gelenke im menschlichen Körper. Es gibt fünf verschiedene Gelenkarten:
1. Kugelgelenk (Schulter)
2. Eigelenk, befindet sich zwischen Schädel und 1. Halswirbel
3. Sattelgelenk (unterhalb des Daumens)
4. Scharniergelenk (Finger Ellbogen)
5. Rad- bzw. Zapfengelenk (z.B. 1. und 2. Halswirbel, Arm)
Wenn Schmerzen vorhanden sind, wird meistens Schonhaltung eingenommen, dadurch verschiebt sich das ganze Skelett.

Es wurde anhand von Bildern der Aufbau der Schultergelenke gezeigt. Elke Stober sprach dann über die möglichen Ursachen bei Beschwerden.

Selbstwerteinbruch:
Rechtshänder/innen:
Rechte Schulter: Ich bin ein schlechter Partner
linke Schulter: Ich bin ein schlechter Vater/Mutter/Kind

Linkshänder/innen:
Rechte Schulter: Ich bin ein schlechter Vater/Mutter/Knd
linke Schulter: Ich bin ein schlechter Partner

Schulter und Nacken
– Gefühl, seiner Rolle nicht gerecht zu werden
– Angst vor einer Person
– Angst vor einer Sache

Hals
– warum passiert alles mir
– warum werde ich ungerecht behandelt

Ebenso wurde den zahlreichen Interessierten der Aufbau eines gesunden und eines kranken Kniegelenks anhand von Bildern gezeigt.
Die Frage „was ist zu tun bei kaputtem Knie ?“ wurde wie folgt beantwortet:

Der Arzt verschreibt z.B. Krankengymnastik und rät, Sport zu treiben. Elke Stober als Heilpraktikerin hat dagegen eine andere Theorie zum Krankheitsverlauf und zur Behandlung:
ungelöste Konflikte:
– Knorpelmasse baut sich kontinuierlich ab
– Konflikt gelöst: Knorpel baut sich wieder auf
Dafür gibt es mentales Training:
– positives Denken trainieren
– „Altes“ loslassen und „Neues“ erzeugen.

Power durch Pause

In ihrer gewohnt lebendigen und unterhaltsamen Weise referierte Bildungsreferentin Christine Euchner über das Thema „Power durch Pause“. Sie gab den interessierten Besucherinnen Tipps, wie und wann man am Besten Pausen einlegt:

man geht oft von da nach da – wenn man Pause macht, könnte man alles besser strukturieren
was sagt der Gesetzgeber ? Gesetzgeber gibt Pausen vor Zeiteinteilung ist das A und O.
Man muss Prioritäten setzen
mit einem exakten Plan arbeitet man effektiver: Plane deinen Tag, deine Woche, deinen Monat. Berücksichtige dabei deine Leistungskurve und gebe Raum für Spontanität
wann kann man am besten arbeiten?
Zwischen 10 und 12 Uhr und zwischen 16 und 18 Uhr
Wahre Lebenskunst bedeutet, eine Pause zu machen, bevor dir jemand sagt: „Du solltest eine Pause machen“. Vom Biorhythmus her sollte alle 90 Minuten eine Pause gemacht werden. Warten sollte man auch als Pause nehmen. Es ist auch wichtig, mal faul zu sein, da kommen die besten Ideen. Im Gegensatz zum Gehirn meldet sich der Magen, wenn er leer ist. Pausen sollten bewusst gemacht werden.

Es gibt folgende Arten von Pausen:

Minipause 1 bis 3 Minuten
Midipause 5 bis 15 Minuten
Maxipause 20 Minuten.
Pausen einlegen heißt, etwas anderes zu machen als gewohnt:

raus an die frische Luft, mit Bewegung ist man schneller erholt
soziale Kontakte pflegen
Kultur
Außerdem sollte der Feierabend und das Wochenende sinnvoll gestaltet werden.
Urlaub gehört auch zu den Pausen, da man sich erholen kann.

Schlaf gehört ebenfalls zu den Pausen. Um einen erholsamen Schlaf zu haben sollte man Schlafhygiene betreiben, dazu gehört:

Füße pflegen – wenn man schlecht einschlafen kann
ein gut gelüfteter Raum
Tee oder Milch trinken
Nährstoffe für einen erholsamen Schlaf, d.h. viel Eiweiß zu sich nehmen (Quark, Joghurt, Eier, Käse, Fisch, Fleisch, Nüsse, Hülsenfrüchte)
mit kühlem Kopf einschlafen (kaltes Tuch auf den Kopf legen)
sich tagsüber körperlich anstrengen
bei Einschlafproblemen und kreisenden Gedanken soll man beim einatmen auf 2 zählen, beim ausatmen auf 4 zählen.
Zur Auflockerung machten die Teilnehmerinnen zwischendurch unter Anleitung von Christine Euchner Pausen mit verschiedenen Übungen zur Entspannung, eine Qi-Gong-Klopfmassage und ganz zum Schluss ein kleines Tänzchen, das allen sehr großen Spaß bereitete.
Christine Euchner beendete ihren Vortrag mit dem Zitat: „Du bist die Kapitänin deines Lebens.“

Eindrucksvolle Frauen

Vortrag von Karin Pfisterer

Unser Frauenfrühstück fand dieses Jahr in der urigen „Alten Wagenremise“ in Vorderhundsberg statt. Ca. 70 Frauen waren gekommen um sich an dem reichhaltigen und leckeren Frühstücksbuffet zu bedienen.

Nach der Stärkung begann die Referentin Karin Pfisterer ihren zweiteiligen Vortrag mit dem chinesischen Sprichwort „Frauen tragen die Hälfte des Himmels“.
Die Landfrauen lernten zwei unterschiedliche Persönlichkeiten kennen.

Dorothea Erxleben (1715 – 1762), geboren und aufgewachsen in Quedlinburg. Sie wurde trotz vieler Widrigkeiten die erste promovierte Ärztin zu einer Zeit (18. Jahrh.), als nur Männer die Universität besuchen durften.
Amelia Earhardt (1897-1937), eine amerikanische Flugpionierin, die sich nicht davon abhalten ließ, die Ozeane zu überfliegen und dabei schließlich den Tod fand.
Ein kurzer Umriss zu ihren Biografien:

Dorothea Erxleben
Sie wurde 1715 als Dorothea Leporin geboren. Ihr Vater war Arzt. Schon von Kind auf zeigte sie außergewöhnliche geistige Fähigkeiten und Interesse für naturwissenschaftliche Studien. Sie erhielt privaten Lateinunterricht. Ihr Vater unterwies sie in Naturwissenschaften sowie in praktischer und theoretischer Medizin. Er nahm sie ab ihrem 16. Lebensjahr zu seinen Patienten mit und ließ sich sogar von ihr in seiner Praxis vertreten. Trotz ihres medizinischen Wissens wurde ihr der Zugang zur Universität verwehrt. Sie wandte sich an Friedrich den Großen mit der Bitte, sie zur Promotion zuzulassen.
1742 heiratete sie den verwitweten Diakon Johann Christian Erxleben, der aus der ersten Ehe mit ihrer Kusine 5 Kinder hatte. Mit ihm bekam sie weitere 4 Kinder und nahm vorerst das königliche Privileg, promovieren zu dürfen, nicht in Anspruch.
Als sie anfing zu praktizieren, wurde sie von den anderen Ärzten ihrer Heimatstadt als Dilettantin verschrien, da sie keine formelle, universitäre Ausbildung zur Ärztin hatte.
Doch neben der hausfraulichen Tätigkeiten in ihrer großen Familie praktizierte sie weiter. 1747 übernahm sie die Praxis ihres verstorbenen Vaters. Mit 39 Jahren, kurz nach der Geburt ihres 4. Kindes entschloss sie sich, ihre Promotion nachzuholen. Im Mai desselben Jahres, nach Zustimmung des preußischen Königs, trat sie an der Universität Halle zum Promotionsexamen an, das sie mit großem Erfolg ablegte. Nach der Promotion führte sie ihr Leben wie bisher weiter.Sie starb 1762 mit 46 Jahren an Brustkrebs.
Es hat noch 150 Jahre gedauert, bis Frauen Medizin studieren durften.

Genau so spannend verlief das Leben von

Amelia Earhart (1897-1937), geboren in Cansas, USA.
Schon als Kind verhielt sich Amalia Earhardt eher als Junge wie als Mädchen. Sie kletterte auf Bäume, jagte Ratten und sammelte Zeitungsartikel über Frauen in Männerberufen. Sie schloss die High-School mit Auszeichnung ab und begann später Medizin zu studieren, brach das Studium jedoch nach einem Jahr wieder ab, da es doch nicht ihre Sache war. Zwischendurch arbeitete sie als Militärkrankenschwester und Sozialarbeiterin.
1920 durfte sie zum ersten Mal in einem Doppeldecker mitfliegen und war gleich Feuer und Flamme. Sie wusste nun, dass sie fliegen wollte, also Pilotin werden. Die Kosten für die Fluglizenz lagen etwa bei 4000 US-Dollar. Da sich Amalias Eltern weigerten die Lizenz zu finanzieren, arbeitete sie in 28 verschiedenen Jobs und nahm 1921 ihre erste Flugstunde bei der Pilotin Neta Snook. Sechs Monate später kaufte sie sich von ihrem ersparten Geld ihr erstes Flugzeug, eine Zweisitzer-Maschine mit offenem Cockpit, mit der sie kurz darauf einen Höhenrekord für Frauen aufstellte (4300 m).
1929 nahm sie am 1. Cleveland Women´s Air Derby (Puderquastenrennen), einem Überlandluftwettbewerb nur für weibliche Piloten teil. Sie gründete mit vier weiteren Pilotinnen den Club Ninety Nines mit dem Ziel, die Stellung der Frau in der Luftfahrt zu stärken.
1931 heiratete sie ihren langjährigen Verehrer und Mentor George Putnam nach dessen 6. ! Heiratsantrag. Sie führten eine offene Ehe, da Amalia sich auf keinen Fall in der Fliegerei einschränken und auch keine Kinder wollte.
1932 überquerte sie als erste Frau den Atlantik im Alleinflug mit Ziel Paris, musste aber mangels Treibstoff in Nordirland notlanden.
1937 startete sie mit ihrem Navigator Fred Noonan mit dem Ziel, als erster Mensch die Erde am Äquator zu umrunden. Sie wollte auf der Howlandinsel einen letzten Zwischenstopp einlegen, doch dort kam das Flugzeug nie an. Nach einer großen Suchaktion wurde Amalia Earhardt für verschollen und vermutlich tot erklärt. Das war kurz vor ihrem 40. Geburtstag.

Was will ich, was tut mir gut ? Diese Fragen hatten sich die zwei faszinierenden Frauen gestellt und auf ihre Weise beantwortet.

Den Landfrauen wird dieser Vormittag mit dem leckeren Frühstücksbuffet und dem interessanten Vortrag sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Kreativtechnik Nassfilzen

In fröhlicher und entspannter Atmosphäre führte die Kursleiterin Vera Kopp, HTW-Lehrerin mit einer Zusatzausbildung fürs Filzen und viel praktischer Erfahrung, in die Technik des Nassfilzens ein. Sie erklärte die Grundbegriffe des Nassfilzens und erläuterte wie mittels Hohlraum filzen frühlingshafte Windlichter entstehen. Wobei zwei Typen von Windlichtern zur Auswahl standen: welche, bei denen das Licht durch den Filz schimmert und solche mit dickerer Wand, bei denen das Licht durch ausgeschnittene Fenster fällt. Eine Teilnehmerin wollte eine Schale filzen.
Das Material hatte Frau Kopp zur Verfügung gestellt und sie beriet alle bei der Auswahl. Sodann zeigte sie jeden Arbeitsschritt und war gleich zur Stelle, wenn jemand Rat und Hilfe benötigte. Die Teilnehmerinnen waren begeistert und wünschen sich einen weiteren Filzabend. Danke schön an Frau Kopp und an die Bürgfeldschule, in der wir zu Gast sein durften.

 

Im eigenen Haushalt nachhaltig wirtschaften

Vortrag von Birgit Schwarzmeier, Dipl.-Haushaltsökonomin und Systemischer Coach
Sie ist Referentin beim Beratungsdienst Geld und Haushalt der Sparkassen-Finanzgruppe, einer Einrichtung des Sparkassen- und Giroverbandes, die Verbraucher rund ums Budget unterstützt.

Frau Schwarzmeier zeigte auf, welche Möglichkeiten jede Frau/jeder Mann hat, im eigenen Haushalt umweltschonend zu handeln.Denn beispielsweise  beim Einkauf oder beim täglichen Energieverbrauch entscheiden wir nicht nur über unseren heutigen Lebensstil, sondern auch darüber, wie sich die Zukunft gestaltet. Dabei kann man ohne Verzicht Ressourcen schonen und so Genuss und Verantwortung miteinander verbinden.

Hier eine kurze Aufzählung der wichtigsten Punkte, welche die Referentin ausführlicher erläuterte:

Wichtig ist Haushalten, also durch gemäßigten Konsum sparen.
–  Beispielsweise Wasser sparen. Als früher Wasser aus Brunnen geschöpft werden musste, war das noch selbstverständlich. Der heiße Sommer 2018 zeigte es,dass wir diese Ressource nicht als selbstverständlich ansehen dürfen. Anzustreben ist ein Verbrauch von 60 bis 80 l Wasser täglich statt 130 l.
–  Autofahrten überdenken, was kann reduziert werden
–  Fleischkonsum: weniger aber besseres Fleisch, an die Tierhaltung denken
–  Standby-Funktion der Geräte, nicht benutzte vom Stromnetz trennen. Wenn es jeder beherzigt, könnten zwei Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden.
–  Kein feuchtes Toilettenpapier: großer Aufwand hierfür in den Kläranlagen notwendig.
–  Keine 95 Grad Kochwäsche, nur in Krankenhäusern oder vielleicht für Stoffwindeln

Die Macht des Verbrauchers nutzen:
–  Kein Obst und Gemüse kaufen, das in Plastikfolie verschweißt ist
–  Mit dem Kauf einer Tüte Milch entscheidet der Verbraucher, ob Kühe mit Silagefutter gefüttert und enthornt werden oder sich ihr Futter auf der Weide selbst aussuchen können, Stichwort Heumilch
–  Umwelt- und Sozialsiegel als Einkaufsorientierung benutzen

Geldanlage:
Geld in nachhaltig wirtschaftende Unternehmen anlegen

Urlaub:
Mal in der Nähe Urlaub machen, es muss nicht immer mittels Flugzeug sein

Gartenbesitzer:
–  Dünger reduzieren oder ganz weglassen
–  keine Unkrautvernichtungsmittel
–  viel Mähen ist ein Baustein zur Reduzierung der Artenvielfalt
–  Gärten nicht als eintönige Steinwüste sondern als abwechslungsreiches Grünareal anlegen: sonst keine Blüten, keine Insekten, keine Samen!

Fazit:
„Die Klimakatastrophe ist da, Jeder sollte seinen Beitrag leisten, sie auf ein erträgliches Maß zu begrenzen.“

Bücherlesung mit der Herausgeberin Ulrike Siegel

Ulrike Siegel, Jahrgang 1961, wuchs auf einem Bauernhof in Brackenheim / Baden-Württemberg auf und arbeitete nach dem Schulabschluss auch ein Jahrzehnt auf dem elterlichen Hof. Während dieser Zeit hat sie zwei Meistertitel in Landwirtschaft sowie in ländlicher Hauswirtschaft erworben. Nach familiären Veränderungen studierte sie an der Fachhochschule Nürtingen Agrarwissenschaften. Es folgten mehrere Auslandsaufenthalte in Lateinamerika, Afrika und Indien. Doch die Autorin kehrte immer wieder zu ihren Wurzeln zurück. Von 2003 bis 2015 war sie Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Bauernwerks in Württemberg e.V. Für ihre vielfältigen Verdienste rund um die Menschen und ihre Höfe wurde Ulrike Siegel 2010 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Sie erzählte uns davon, wie sie auf die Idee kam, angeregt durch ihre Erinnerungen an die eigene Kindheit, Geschichten über das Leben auf Bauernhöfen zu sammeln. In zehn Bücher mit ungefähr 200 Geschichten zeichnete sie ein Porträt vom Leben auf den Höfen und den Veränderungen in den Dörfern realistisch und ohne Weichzeichner.

Vorgelesen hat sie einige Geschichten aus der Bauerntöchter-Reihe. Geschildert wird das Leben in den 60er Jahren aus Kindersicht und aus der Perspektive der Erwachsenen. Später hat sie mit den Beiträgen der gleichen Frauen in „Einen Hof verlässt man niemals ganz“ deren Sicht zehn Jahre aufgezeigt.
Ulrike Siegel hat nicht nur vorgelesen sondern auch Stellung bezogen, kommentiert und analysiert. Allen Frauen, die ihre Geschichte erzählt haben, sei gemeinsam, dass sie ihre Kindheit als schön und hart erlebt haben. Ob mehr schön oder mehr hart hänge von vier Faktoren ab. An erster Stelle von der Geschwisterfolge: die Ältesten hatten es am schwersten. Es spielte eine Rolle, ob Großeltern auf dem Hof lebten. Denn diese hatten Zeit für die Kinder und nahmen einen Teil der Arbeit ab. Gab es in der Familie einen oder mehrere Jungen, hatten es die Mädchen leichter. Denn die Erwartungen richteten sich an den Bruder als Hoferben. Die Mütter wollten, dass es die eigenen Töchter einmal leichter hätten, die Schwiegertöchter aber möglichst „gscheit schaffen“ sollten. Auch die Größe des Hofes und die Bewirtschaftung spielte eine Rolle. Die ideale Bauernfamilie hatte Milchvieh mit Großeltern. Am härtesten war es in Sonderbetrieben mit Milchvieh ohne Oma und Opa.
In den Geschichten würde nicht mit der Vergangenheit oder den Eltern abgerechnet sagte Frau Siegel, es würde lediglich aufgezeigt, wie es war. Die Mutter einer der Frauen bestätigte, nachdem sie die Geschichte der Tochter gelesen hatte, die ihre Kindheit als hart schilderte, „Genauso war es, aber die Zeiten waren so.“
Ulrike Siegel machte deutlich, wie Bauernfamilien in den 60er Jahren wahr genommen wurden und wie sich die Familien selbst wahr genommen haben: die Kinder sollten „etwas Besseres“ werden und nicht Bäuerin oder Bauer.

Ihre vorgetragenen Geschichten haben neugierig gemacht auf weitere Geschichten, die sie gesammelt hat.

Weitere Infos zu Ulrike Siegel und ihren Büchern finden Sie hier: https://ulrike-siegel.de/